Themenreihe: Humboldt-Hybride

In dieser fortlaufende Serie von Bildern kombiniere ich Tierdarstellungen als Zitate aus frühen Wissenschaftsexpeditionen, mit geometrischen Körpern der Mathematik (Polyeder). Der Polyeder ist dabei der malerische Part, während die Tierdarstellungen mit Graffitimarker auf Nessel gezeichnet sind.

Es entstehen hybride Bildkörper, eine eigene Welt, sinnbildlich für eine künstlerische Bilderfindung auf dem Keilrahmen. Die entstandenen Arbeiten habe ich analog zur realen wissenschaftlichen Organisation in ein Ordnungssystem von Titeln geordnet. Der lateinische Gattungsname des jeweiligen Insekts wird durch die verwendete griechische Benennung des Polyedertyps spezifiziert.

Zunächst verbinden die Humboldt-Hybride zwei Welten, die theoretisch, mathematische mit der organischen Natur. Die dynamisch gezeichneten Tierkörper treffen auf die statischen Konstrukte der Geometrie.

Aber eigentlich thematisiert diese Reihe ein Prinzip der gegenständlichen Malerei: der illusionistischen Darstellung von Dreidimensionalität auf der zweidimensionalen Fläche. Gemalte Gegenstände erwecken den Anschein von Tiefe, sind aber flach.

Viele Polyeder können aus einem Schnittmuster, einer Bauanleitung gefaltet werden. Sie beinhalten also wie die gemalte Wirklichkeit das Zwei- wie das Dreidimensionale. Einige meiner Arbeiten zeigen diese Schnittmuster samt ihren Klebeflächen, andere zeigen illusionistisch gemalte Formen. Eine weitere Eigenschaft der Polyeder ist ihre Regelmäßigkeit. Ihre Vorderseite lässt auf die Rückseite schließen. Der Betrachter kann sich die Rückseite des Bildkörpers berechnen; die Ansichtsseite des Gemäldes bietet gleichzeitig das Wissen um die Welt hinter dem Bild.

>> Hier ein Link zu einem Interview über die Humboldt-Hybride mit Peter Tepe auf der Plattform: w/k - Zwischen Wissenschaft & Kunst